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Reiseberichte

Das Zusammentreffen

Mir scheinbar frisch gepressten US-Dollar-Scheinen sowie dem Myanmar-Visum in unserer Tasche hatten wir nun endlich grünes Licht für unseren Trip nach Myanmar. Bis zum vereinbarten Treffen mit den anderen Mitreisenden in der nur 500 km nördlich gelegenen Grenzstadt Mae Sot („Mä Sei“ ausgesprochen) hatten wir aber noch drei Tagen Zeit, die es zu nutzen galt.
Nachdem wir uns aus Bangkok heraus geschoben hatten und sogar eine Möglichkeit fanden, unsere Gasflasche endlich wieder aufzufüllen, zeigte der Kompass im Auto nun eine Weile lang nach Norden, bis wir die Stadt Nakhon Sawan erreichten. Hier haben wir das Wat Khiri Wong besucht, eine buddhistische Tempelanlage, die auf einem Berg liegt, welcher gleichzeitig einen super Blick über die Stadt sowie angrenzende Sümpfe bot.

Wat Khiri Wong
Vergoldeter Buddha
Wat Khiri Wong

Über kürzere Stopps in den Orten Kamphaeng Phet und Tak folgten wir unserer Route weiter Richtung Mae Sot. Von Tak aus wird die gut befestigte Straße steil und kurvig, bevor man den Abzweig zum Taksin Maharat Nationalpark erreicht. Neben der Hoffnung, hier noch ein paar für uns exotische Tiere wie beispielsweise den Asiatischen Paradiesschnäpper, den Furchenhornvogel oder einen Serau zu Gesicht zu bekommen, lockte uns vor allem ein Baum hierher: der Taksin Maharat beheimatet den größten Krabak-Baum Thailands. Eine Höhe von 50 m sowie ein Stammumfang von über 16 m sind durchaus Gründe, sich das mal aus der Nähe anzusehen.
Unsere Wandung war geprägt von zahllosen Mückenstichen und Blutegelbissen. War der Baum wirklich beeindruckend, so ließen sich für uns fremde Tierarten kaum blicken. Da muss man die wahren Naturenthusiasten und Forscher bewundern, die sich stundenlange trotz Mücken still in der Hitze aufhalten, um beispielsweise den einen oder anderen Vogel vor die Linse zu bekommen.
Ignoriert man mal kurz die Mückenpräsenz, so kann man in diesem Nationalpark beispielsweise unweit des Park-Hauptquartiers super campen.

Brettwurzelbaum
Krabak-Baum
Seidenspinne

Unsere nächste und auch letzte Station im Königreich Thailand hieß nun Mae Sot an der Grenze zu Myanmar. Gleich nach Ankunft und Check-In in einem Hotel fuhren wir die paar Kilometer zur Grenze, um uns schon mal schlau zu machen. Unser Trip nach Myanmar 2013 war nicht ausschließlich positiv in Erinnerung geblieben. Wir hofften dass es dieses Mal anders werden würde und waren gespannt, die anderen Teilnehmer unseres gebildeten Konvois zu treffen.

Am 29. September war es dann auch soweit. Wir lernten Martina und Pierre aus Deutschland, unterwegs in einem Toyota Landcruiser HZJ75, kennen und trafen das Niederländische Pärchen Anje und Izaak (ebenfalls Toyota Landcruiser HZJ75) wieder, das wir schon in Kuala Lumpur getroffen hatten.
Nach den ersten beiden gemeinsamen Abenden mit Bierchen bestätigte sich unsere Erwartung: wir würden einen super Trip gemeinsam durch Myanmar haben! Alle waren gespannt. Das Bereisen dieses Landes mit dem eigenen Auto war bis vor ein paar Jahren noch nahezu unmöglich und es fanden sich kaum brauchbare Informationen zu diesem Thema im Internet. Nachdem die Planung für diese Unternehmung bereits im April begann (und wir erst Ende Juli die Gewissheit hatten, dass es auch tatsächlich funktionieren würde), waren wir nun endlich soweit, loszulegen.

Die letzten beiden Tage in Thailand wurden nebst Besorgungen sowie Auto- und Ausrüstungspflege mit dem … Genuss weiterer thailändischer Speisen verbracht. Wir erinnern uns, fast heulend im Restaurant mit den anderen gesessen zu haben, nachdem ein von uns bestelltes Gericht beinahe so unaushaltbar scharf war, dass elementare Körperfunktionen den Dienst quittierten. Aber gemäß dem Motto „Du hast es bestellt, du hast es bezahlt!“ aßen wir, bis der Teller leer war. Die Kellnerin freute sich über zusätzliche Einnahmen, nachdem im Anschluss an das Essen zügig weiteres Wasser und Bier zum Löschen des Feuers im eigenen Mundwerk herangebracht werden sollten. Das nenn‘ ich clever!

Bier-Sorten
Mönche in Mae Sot
Konvoi an der Grenze

Am Morgen des 1. Oktober (trafen wir uns und es) ging es gemeinsam zur Grenze. Die drei großen Autos, bei denen jedes Kennzeichen anders aussah, fielen den Einheimischen schnell auf und sind mit Sicherheit auch eine Seltenheit gewesen.
Die Ausreise war nach einer halben Stunde erledigt und so sagten wir Thailand, dem fünften Land auf unserer Reise Goodbye!
Über 8 Tonnen auf zwölf Rädern rollten nun nebst einheimischen Fahrzeugen über die „Friendship Bridge“ nach Myanmar. Wir wurden erwartet.