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Reiseberichte

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9. August, 2.00 Uhr nachts. Mit der Autofähre erreichen wir den Hafen von Sape an der Ostküste der Insel Sumbawa, nachdem wir vier Tage in Labuan Bajo auf eine Fähre warten mussten.
Nach ein paar Stunden Schlaf im Auto machen wir uns am Morgen auf, die Insel zu durchqueren. Aus unserer Sicht bot die Insel Sumbawa wenig Interessantes und auch aus Zeitgründen entschieden wir uns dafür, zügig durchzufahren. So erreichten wir am frühen Nachmittag bereits Poto Tano, die kleine Hafenstadt (wohl eher Dorf) an der Westküste, von wo aus wir eine Fähre nach Lombok, die westliche Nachbarinsel nehmen konnten. Dort kaum aus dem Hafen gefahren, zeigte sich auf der Straße die andere Seite Indonesiens: massig Verkehr und kaum mal ein Meter Straße, an dem sich keine bebauten Grundstücke entlang zogen. Unser Ziel hieß Sengiggi an der Westküste der Insel. Vom Hafen aus waren es keine 100 km bis dorthin. Gedauert aber hat es über drei Stunden.
Nach Dusche und ein paar Sonnenstunden am Folgetag ging es am Tag darauf auf nach Bali. Unser eigentlich nicht kleines Auto ging auf der Fähre zwischen den langen und breiten Lkws doch ziemlich verloren.

Pferdewagen
Warten vor der Autofähre
Fähre nach Bali

Weil es uns so gut gefallen hatte, checkten wir auf Bali im Ort Sanur im Hotel ein, welches wir bereits von unserem Trip hierher 2013 kannten. Als wir im Hotel waren und am Abend einen Cocktail tranken, erinnerten wir uns, vor nicht einmal elf Monaten hier gesessen und auf die Visumsbestätigung für Australien gewartet zu haben. Komisches Gefühl.

Fledermaustempel auf Bali
Hinduistischer Straßenfestzug
Mantarochen

Nach einem Ausflug in die Kleinstadt Ubud nordöstlich der Hauptstadt Denpasar nutzten wir den Rest des Tages fürs Schwimmen im Chlorwasser.

Beim "Shopping" gerade in solch touristischen Regionen wie Bali versuchen wir gerne, Preise auf 60% zu drücken. Das hat auch seinen Grund, denn nachdem Nadines Flip Flops und meine Sonnenbrille kaputt gingen, tun wir uns schwer daran, Ersatz zu finden, der mal länger als nur eine Woche hält.

Affenwald von Ubud
Affenwald von Ubud
Frau in Ubud

Am Abend von Nadines Geburtstag tankten wir Cocktails in einer Salsabar. In meinem Wissen, tänzerisch ganz schön eingerostet zu sein, war mir nicht ganz wohl bei der Sache, als wir - der zweite Cocktail war bereits im Blut - drei einheimische Tänzer erblickten, die in der Bar für Stimmung und Unterhaltung sorgten. Sahen die beiden Herren, kaum größer als ich selbst, und die Dame doch wie typische Balinesen aus, so schienen sie ihre Beine samt Hüften direkt aus Rio importiert zu haben. Mir schwärmte Übles, als sie bei anderen Gästen die ersten Abfuhren nach der Bitte um einen Tanz erhielten. Es dauert nicht lange und schon standen sie bei uns am Tisch. Nadine wurde von einem der beiden Tänzer auf die Bühne gebeten und kurz darauf folgte auch Madame Rio de Janeiro und forderte auch mich ins Zentrum der Salsa-Bar - die Tanzfläche. Wir versuchen auf unserer Reise stets, nicht "Nein" zu sagen. Daher ich nach außen: "Klar! Lass uns tanzen!". Mein Inneres schrie dagegen: "NEIN! Das wird ‘ne Blamage". Während die Tänzer anfangs beide überrascht waren, zu sehen, dass wir (eher nur Nadine) tanzen konnten, zögerte Nadines Tanzpartner nicht lange und fing an, mit Nadines Fußballen die Tanzfläche zu wischen. Pure Unterhaltung fürs Publikum - im positivsten Sinne. Doch dann kam ich. Während die beiden Cocktails die Kontrolle über das Taktgefühl übernahmen, versuchte meine eingerostete Hüfte, mich nicht völlig lächerlich beim Salsa mit einer Dame aussehen zu lassen, die vermutlich schon im 4/4-Takt aus der Gebärmutter getanzt kam.

Nach dem ersten Tanz saßen wir wieder an unserem Tisch. Während Nadine, tanzbegeistert wie kaum jemand sonst, grinsend am Tisch saß und ich mich freute, dass sie an ihrem Geburtstag reichlich Spaß hatte, hielt ich mich mit leicht verschwitzten Händen am kalten Cocktailglas fest.
Doch die Pause währte nicht lang. Denn alle anderen Gäste wollten nicht tanzen - weder selbst, noch mit einem der drei einheimischen Tänzer. Die Bar war nicht allzu groß und schnell standen benannte Tänzer wieder bei uns am Tisch. Nadine hatte doppeltes Vergnügen, denn schließlich waren es ja zwei Herren, die abwechselnd um einen Tanz baten.

Trotz Salsa-Spezialkurs vor ... vielen Jahren war ich nicht mehr sehr geübt darin und um mein Tänzerisches vielleicht doch noch vorm tanzfaulen Publikum in ein besseres Licht zu rutschen, wurde es Zeit, mir Nadine zurück zu holen. Wir baten die Band um einen zügigen Cha Cha und dann legten wir los. Die Symmetrie war perfekt und nun war ich am Zug, Nadine mal in ... ein paar Drehungen zu schicken, mich nicht ausgeschlossen. Kreisel, Hand To Hand, Fan, Türkisches Handtuch, Promenade. Ich ließ nichts aus. Wir hatten super viel Spaß. Und ich beruhigte mich selbst: "Alter, du kannst es noch!".
Die Band gab noch ein Geburtstagsständchen für Nadine zum Besten und vom Barinhaber gab es noch einen kleinen Kuchen und Cocktail.

Steinmetzarbeiten in Ubud
Tokeh Gecko
Salsabar

Die Rechnung für diesen Abend kam allerdings besonders für Nadine erst am nächsten Tag. Denn außer Flip Flops und Trekkingschuhen haben wir an Schuhwerk nichts weiter mit. Und daher tanzten wir auf der gefliesten Tanzfläche barfuß. Nadine bekam an beiden Füßen Blasen, die von nah betrachtet eher einer Mondlandschaft glichen und sie für die nächsten Tage leider noch ziemlich einschränken sollten. Doch Nadine gleich vorweg dazu: das war’s wert!