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Reiseberichte

Auf nach Canberra! - MO, 19.05.2014, leicht bewölkt, 16°C

Nach einem Monat Kirschen ernten und nun fünf Monaten Arbeit auf einer Salatfarm ist es endlich soweit, die Sachen zu packen und nach Canberra zu fahren. Hier wollen wir die letzten nötigen Vorbereitungen und Besorgungen hinter uns bringen, um im Anschluss aufzubrechen! Es ist 8.00 Uhr morgens, das Auto gewienert und bis an die Hecktür voll beladen. Der Tank ist voll und es ist Zeit, unser „blaues Biest“ auf die Piste zu schicken! Wir haben eine Strecke von 520 km vor uns, die aufgrund der Tempolimits von 100 km/h hier in Australien ihre Zeit brauchen. Wichtigstes Zubehör an einem Auto hier in Australien: der Tempomat!
Wir befinden uns auf dem Princes Highway Nr. 1 und fahren durch die flache East Gippsland Region in Richtung der Kleinstadt Bairnsdale. Zu unserer Linken sieht man in der Ferne die Ausläufer der Great Dividing Range, die es in Kürze noch zu überqueren gilt. Wir passieren das kleine Örtchen Cann River im Südosten Victorias und biegen ab auf den Monaro Highway in Richtung Norden. Ich erinnere mich, als wir vor Monaten auf dem Hinweg gegen 14.00 Uhr hier durch kamen, wurden wir von einer Polizeistreife angehalten: Alkoholkontrolle! Was den durchschnittlichen deutschen Autofahrer in Hinblick auf die Uhrzeit wohl eher ein Schmunzeln auf das Gesicht zaubert, wird bei der Australischen Polizei absolut ernst genommen. Alkohol am Steuer ist in Australien die häufigste Unfallursache und die Medien berichten immer wieder von mitten am Tag ertappten alkoholisierten Autofahrern.

3km lange Gerade
3 km lange Gerade auf der B23 zwischen Cooma und Canberra

Kurz nach Mittag befinden wir uns auf einer Höhe von 1100 Metern. Die Etappe zwischen dem kleinen Ort Bombala und der australischen Hauptstadt Canberra ist sehr trist: karge Graslandschaften mit wenig Grün säumen das Bild. Und durch die Geschwindigkeitsbegrenzung (nur 100 km/h – ja hier kommt wieder durch, dass wir Deutsche sind) kommt uns die Strecke ewig lang vor. Nadines Frage ließ nicht lange auf sich warten: „Wie soll es dann erst in den Ländern werden, wo wir durch die Straßenverhältnisse gezwungen sind, max. 50 km/h zu fahren?“ Meine Antwort: „…!“
Gegen 15.30 Uhr erreichen wir die Hauptstadt. Mit einem Fingerschnips weicht die triste monotone Graslandschaft einer Häuserlandschaft mit mehrspurigen und von Ampeln gesäumten Straßen. Da die Ausstellung der nötigen Visa mitunter die längste Zeit in Anspruch nimmt, soll unsere erste Station morgen das Botschaftsviertel in Canberra sein. Den heutigen Tag lassen wir in Ruhe bei einem Becher Wein ausklingen, bevor uns pünktlich nach Sonnenuntergang die Mücken ins Auto scheuchen.