Switch to English site

Menu

Leben und Reisen auf kleinem Raum - die Ausrüstung

Unser Auto

Lange vor Entschluss zu dieser Unternehmung erwarben wir nach unserer Einreise in Australien im Oktober 2013 ein allradgetriebenes Fahrzeug (im Englischen gerne als "4WD" abgekürzt). Denn um abgelegenere Gegenden in Down Under besuchen zu können, ist solch ein Fahrzeug unabdingbar. Nach reichlicher Suche entschieden wir uns für einen 1996er Mitsubishi Pajero V6 3500 GLX. Sicherlich genießt dieser nicht das Ansehen eines Toyota Landcruisers der HZJ-Reihe, aber auch hier in Australien sind die Preise solcher Autos aufgrund des guten Rufs völlig überzogen und so entschieden wir uns für den Mitsubishi.

Zudem sammelten wir bereits zahlreiche Erfahrungen mit einem Pajero V6 3000 in unserem ersten Australien-Jahr, der uns 30000 km durch das Land gebracht hat und dem so ziemlich nichts erspart blieb ... ich erinnere mich, als wir am Strand entlang der Ostküste Fraser Islands mit knapp 100 km/h fuhren und eine Bodenwelle im Sand nicht erkannten: Ergebnis: Sprung mit kompletten Verlust des Bodenkontakts und anschließender "Sanddusche" für die Windschutzscheibe. Das war ein Spaß!

Unser Kennzeichen
Unser Kennzeichen

Gemäß unseren bisherigen Recherchen erwarten uns in den Ländern auf unseren Routen häufig schlechte bis katastrophale Straßenverhältnisse. Außerdem ist es nicht unsere Absicht, uns ausschließlich auf den Hauptstraßen fortzubewegen. Ein weiteres Argument für einen 4WD.

Kurz nach dem Erwerb starteten wir die erste Umbaumaßnahme: den Einbau eines Bettes. Wir entschieden uns für das Schlafen im Auto anstelle der Nutzung eines Zelts. Vor- und Nachteile liegen auf der Hand: sicherlich ist es wesentlich enger als beispielsweise in einem Zelt. Aber dafür muss es nicht auf- und abgebaut werden, es ist wärmer, man fühlt sich sicherer und es erlaubt uns auch, bei einer Gefahrensituation schnell vor ans Steuer zu "krabbeln" und einfach davon zu fahren. Für den Einbau entfernten wir die hinteren Rücksitze und installierten eine Holzkonstruktion bestehend aus drei 18 mm starken Holzplatten, die mittels Scharnieren verbunden sind. Dank dieser sowie abschraubbarer Bettbeine ist das ganze faltbar und erlaubt das Wiederaufklappen der mittleren Sitzbank.

Bett im Auto
Bett im Auto
Camping

Das Auto kommt u.a. mit erhöhtem Fahrwerk, Frontschutzbügel, Scheinwerferschutzblenden und nachgerüsteten Zusatzscheinwerfern daher, die mit 2x 130W auf Knopfdruck die Nacht zum Tag machen. In den Regionen außerhalb der Großstädte Australiens alles Dinge, auf die ein Fahrer ungern verzichten möchte.

Mit über 211000 km auf dem Tacho zu Reisestart gehört das Auto nicht mehr zu den jüngsten. Uns war es daher wichtig, das Auto umfangreich durchchecken zu lassen. Der Motor wurde komplett überholt (u.a. sämtliche Riemen inkl. Zahnriemen, Schläuche sowie 12 der 24 Stößel wurden gewechselt), eine neue Batterie eingebaut, sämtliche Flüssigkeiten, Filter und weitere Verschleißteile ausgetauscht und neue Reifen aufgezogen.

Folgendes zählt u.a. zu unserer Ausrüstung:

  • 4x 10l Benzinkanister
  • 3x 10l Wasserkanister
  • Reserveflüssigkeiten fürs Auto (Motoröl, Kühlwasser, Brems- und Servoflüssigkeit - besser haben und nicht brauchen als umgekehrt)
  • unzähliges Kartenmaterial sowie Grundvokabular für die zu bereisenden Länder (in Papier und digital)
  • ein Ladegerät für kleine elektronische Geräte
  • Klappspaten (sollten sich die Räder doch mal nicht am Sand satt fressen können)
  • umfangreiches Erste Hilfe-Set sowie Reiseapotheke
  • Camping-Ausrüstung mit Gaskochplatte und 4 kg Gasflasche, 2 Stühlen und Tisch, Regenplane, Solardusche, ...
  • Fliegengitter für die Seitenscheiben sowie Vorhänge an selbigen
  • Kompressor zum Aufpumpen der Reifen
  • Benzinfiltertrichter (wir hörten Geschichten, wonach Touristen ihr Auto mit Wasser statt Benzin gefüllt bekamen!)
  • 2 Warnwesten, 2 Warndreiecke, 1 Feuerlöscher (soll in manchen Ländern trotz des Nichtvorhandenseins von Hauptuntersuchungen und dergleichen Pflicht sein!)

Das findet alles im Stauraum unter unserem Bett und im übrig gebliebenen Fußraum der Rücksitzbank Platz. Unsere Rucksäcke wandern in der Nacht auf den Beifahrersitz.

In Canberra erfolgte der Entwurf und die Anbringung von Beschriftung am Auto. Neben einem Logo an den Seiten und der Reserveradabdeckung finden sich unsere Webseite sowie Schriftzüge über unser Vorhaben in Englisch, Urdu (neben anderen Amtssprache in Indien und Pakistan) sowie Deutsch an den Fahrzeugseiten.

Fahrzeugbeschriftung
Fahrzeugbeschriftung

Auf diese Weise wollen wir unsere Mitmenschen unterwegs wissen lassen, woher wir kommen und wohin wir fahren (wollen).